| Die Chronik der Gruppe |
Mit dem Aufkommen des Fußballspieles in den Zwanzigerjahren wurde auch die Frage eines geregelten Schiedsrichterwesens immer aktueller. Die Fußballspiele wurden damals nach Absprache von geeigneten Sportkameraden geleitet, die nicht immer über fundierte Regelkenntnisse verfügten und selbstverständlich auch keiner festen Schiedsrichtervereinigung angehörten.
In den Jahren 1929/1930 begannen einige Kameraden - nach mündlichen Überlieferungen acht bis zehn Idealisten - mit dem Aufbau der Schiedsrichtervereinigung Freudenstadt.
Als erster Obmann wurde in einer Gründungsversammlung - ein Protokoll liegt leider nicht vor - der Baiersbronner Sportkamerad Gustav Alber gewählt.
Die Amtsperioden der damaligen Schiedsrichterobleute waren relativ kurz, was auf innere Entwicklungsphasen der Vereinigung schließen läßt.
Die nachfolgenden Obleute Otto Fingerle, Freudenstadt sowie Fritz Büttner,ebenfalls Freudenstadt, halfen mit, der noch jungen Truppe einen guten Namen zu verschaffen. Von den Männern der ersten Stunden sind als letzte die allseits bekannten Sportkameraden Ernst Frey und Ernst Laun verstorben.
Bald verdüsterten jedoch die Schatten des zweiten Weltkrieges das sportliche Leben und die Schiedsrichterbewegung blieb natürlich nicht verschont. Bedauerlicher Weise gingen sämliche Unterlagen der Schiedsrichtervereinigung durch Kriegseinwirkung verloren. Sämtliche Organisationen und Vereine wurden zudem 1945 aufgelöst.
Nach dem Zusammenbruch fanden sich wiederum unentwegte aktive Männer zusammen, die mit den zuständigen Besatzungsmächten verhandelten und das Schifflein der Schiedsrichtervereinigung Freudenstadt wieder flott machten.
Als Obmann wurde Richard Zinser von Freudenstadt gewählt.
Aus gesundheitlichen Gründen übergab Richard Zinser das Obmann Amt an den Freudenstädter Otto Haas. In der Amtsperiode von Otto Haas stellte die Freudenstädter Vereinigung mit dem damaligen Oberliga-Schiedsrichter Stephan Rakoczy erstmals einen Lehrwart.
Mit der entsprechenden Fachkompetenz ausgestattet, gespickt mit seiner reichhaltigen Erfahrung als geschätzter und anerkannter Spielleiter hat er so manchem Neuling den Einstieg in das schwierige, aber schöne Amt des Schiedsrichters erleichtert. Kamerad Haas stellte im Jahr 1956 sein Amt altershalber zur Verfügung.
Als sein Nachfolger wurde der damalige Amateurliga - Schiedsrichter Otto Mehlmann von Freudenstadt gewählt. Unter seiner Regie wurde der Austausch mit den Nachbarbezirken stark ausgebaut.
Auf unseren Sportplätzen pfiffen nun Schiedsrichter aus den Gruppen: Baden-Baden, Rastatt, Calw, Böblingen, Esslingen, Rottweil, Schramberg, sowie aus der Schiedsrichtervereinigung Offenburg. Dieser Austausch wurde in den Folgenden Jahren noch weiter ausgebaut und hat sich bis heute bestens bewährt.
Otto Mehlmann war es auch, der sich zur Unterstützung in seiner Tätigkeit die Kameraden Albert Coltzau, Adolf König und Alfred Ritter zur Seite nahm.
Stephan Rakoczy, der durch sein berufliches und politisches Engagement stark überlastet war, stellte 1956 sein Amt als Lehrwart zur Verfügung.
Albert Colzau wurde sein Nachfolger. Er versah die nicht immer leichte Tätigkeit bis zum Jahre 1963.
Von ihm übernahm Richard Maulbetsch das Lehrwesen, das er bald jedoch aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung stellen musste.
Nach einiger Durststrecke konnte im Jahr 1986 mit Walter Hermes ein kompetenter, aktiver Lehrwart gefunden werden, der die gestellten Aufgaben zu aller Zufriedenheit erledigte und vom Verbandslehrwart im ganzen "Ländle" eingesetzt wurde.
Mit Reiner Bergmann konnte die Gruppe 1996 einen sehr engagierten Lehrwart gewinnen, der seine beruflichen Qualifikationen konsequent auch in der Lehrarbeit seines Hobbys Fußball einsetzt.
Nach 10-jähriger Tätigkeit, in denen er manche Neuerungen mit integrierte, erklärte Otto Mehlmann überraschend seinen Rücktritt.
Anstelle von Otto Mehlmann trat 1966 das bisherige Ausschussmitglied Adolf König. Adolf König war ein Mann, der mit Weitsicht und klarer Linie das Ruder in die Hand nahm. Diese Konsequenz zahlte sich in der inneren Harmonie der Schiedsrichtergruppe aus. Er forderte von "seinen" Schiedsrichtern nicht mehr, als er sich selbst abverlangte. Er war bereit, ein Höchstmass seiner kargen Freizeit zu opfern. Ihm zur Seite standen der stellvertretende Obmann Erwin Greule und Willy Schneider. Das Kasse verwaltete Richard Maulbetsch, die er aus gesundheitlichen Gründen 1975 an Herbert Peters übergab. Ein riesiger Arbeitsanfall war in der Spielverteilung zu bewältigen, der bis 1975 von den jeweiligen Obleuten wahrgenommen wurde. Ab diesem Zeitpunkt konnte Gerfried Grundke für diese immense Arbeit gewonnen werden. Nach 10jähriger Tätigkeit stellte Adolf König 1977 aus privaten und zeitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung.
Im April 1977 wurde Gerfried Grundke zum neuen Obmann gewählt. Die kleine Gruppe von ca 50 Schiedsrichtern erschwerten ihm die Aufgabe, alle Spiele im Austausch und vor allem im Jugendbereich zu besetzen. Aber mit viel Geschick und Unterstützung der Kameraden, gelang es ihm, diese Aufgabe zu meistern. Als Ausschussmitglieder unterstützten ihn der stellvertretende Obmann Erwin Greule, sowie Fritz Nübel und Herbert Peters. Protokollführer zu diesem Zeitpunkt war Hans-Jürgen Ziegler.
In weiteren Amtsperioden standen ihm nachfolgende Sportkameraden zur Seite: Rainer Fischer, Walter Hermes, Manfred Petrasch, Johann-Michael Hartz, Karl Speck, Reiner Bergmann und Peter Kocsis. Der Schiedsrichtergruppe Freudenstadt, die schon immer eine kleine Schar von Idealisten war, gelang es aus ihren Reihen Kameraden auszubilden, die bis in die höchsten Amateurklassen vorstossen konnten und ein Vorbild für den Nachwuchs sind.
Hier seien die Kameraden Otto Mehlmann, Richard Lämmle, Alex Karabetz, Walter Ziefle, Hans-Jürgen Ziegler (Amateuroberliga und auch Linienrichter in der II.Bundesliga) Josef Burg (Verbandsliga) sowie die Landesliga-Schiedsrichter Salih Aydogdu, Reiner Bergmann, Muhamed Dagistanli, Rainer Fischer, Norbert Günter, Walter Hermes und Manfred Petrasch genannt.
Im Jubiläumsjahr 2005 dem 75jährigen der Schiedsrichter-Gruppe-Freudenstadt betrug die Schiedsrichterstärke knapp 90 Mitglieder. Wir hoffen, dass sich immer Sportbegeisterte finden mögen, damit diese Zahl noch gesteigert werden kann.